Die Abydosfahrt in Den AltSgyptischen Privatgrabern...

Book Details

Author  D. Brockelmann
Publisher  Brepols Publishers
Publication Date   August 30, 2008
ISBN  2503525180
Pages  450

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Description

English info text: The Abydos journey is one of the most important pictorial records of a boat journey out of Ancient Egypt. It is represented in tombstones of the rich tradesmen, which were commonly known as the "private graves," to distinguish them from the royal tombs. This scene is frequently represented in the graves that were located in the sheer cliffs of western Thebes from the Middle Kingdom onwards. The goal of the journey can be understood from the hieroglyphs: the holy place of Abydos, which is closely associated with the god Osiris. The occupant of the grave wished to take part in the procession festivities there, in which Osiris overcoming death and being reborn was ritually staged. As the graves also depict the return journey from Abydos to the necropolis, a ship towing the sacred boat with passengers is shown twice on the wall. The book analyses these representations, providing the basis for identifying and bringing together existing iconographic monuments and determining the relationship between poorly preserved fragments. German text. German info text: Die "Abydosfahrt" gehort zu den wichtigsten bildlichen Wiedergaben einer Schiffsfahrt aus dem Alten Agypten. Dargestellt ist sie in den Grabmonumenten der gesellschaftlichen Elite, die in Unterscheidung von koniglichen Anlagen gemeinhin "Privatgraber" genannt werden. Vor allem in den Grabern, die ab dem Mittleren Reich in den Felshangen von Theben-West angelegt wurden, ist die Szene haufig vertreten. Den hieroglyphischen Beischriften lasst sich das Ziel der Reise entnehmen: der heilige Ort Abydos, der mit dem Gott Osiris eng verbunden ist. Dort mochte der Grabinhaber an den Prozessionsfesten teilnehmen, in denen die Todesuberwindung des Osiris stets aufs Neue rituell inszeniert wird. Da in den Grabern auch die Ruckkehr aus Abydos zur Nekropole gezeigt wird, ist folglich die von einem Reiseschiff geschleppte Kultbarke mit den Insassen zweimal an der Wand zu sehen. Ziel der Untersuchung ist die grundlegende Bearbeitung der Darstellungen. Ausgehend von einem Paradigma werden die Kriterien zusammengestellt, die eine Identifikation anhand ikonographischer Merkmale ermoglichen. Darauf basierend kann auch uber die Zugehorigkeit schlecht erhaltener Wiedergaben entschieden werden. Szenen aus dem Alten Reich, die bislang mit der Fahrt nach Abydos in Verbindung gebracht wurden, halten einer solchen Einordnung nicht Stand. Die fruhesten Belege stammen auf jeden Fall aus dem Mittleren Reich, und zwar - wie hier gezeigt wird - vermutlich bereits aus der 11. Dynastie. Der umfassende Materialbestand aus der 18. Dynastie erlaubt es, fur das Neue Reich eine kontinuierliche Entwicklungslinie der Ikone aufzuzeigen. Von der "Abydosfahrt" zu trennen sind Darstellungen der "Westfahrt" und der "Fahrt auf dem See", die in dieser Zeit ebenfalls im funeraren Bildzusammenhang auftreten. Da mit dem Wandel des Grabgedankens ab der 19. Dynastie die Wiedergabe der Fahrt nach Abydos zunehmend seltener wird bzw. deutlichen Veranderungen unterworfen ist, bietet das Ende der 18. Dynastie eine sinnvolle Grenzziehung fur die Materialbearbeitung. Bis dahin bilden die Darstellungen eine relativ geschlossene Gruppe, die hier in vier am Szenenaufbau orientierte Typen untergliedert wird. Schliesslich erfahren die bisherigen Deutungsversuche des Fahrtgeschehens eine kritische Wurdigung. So wird es sich kaum um eine Wallfahrt handeln, die man zu Lebzeiten oder gar postum unternahm. Aber auch ein Statuenritual im Rahmen der Bestattung ist wohl auszuschliessen. Die Frage nach einem realen Vollzug lasst sich anhand der Bilder in den Grabern nicht beantworten - wenn ein solcher uberhaupt von Bedeutung war. Kein Zweifel kann jedoch daran bestehen, dass die bildliche Wiedergabe im Grab den Ubergang ins Jenseits sichern und die Verbindung des Toten mit den Festriten in Abydos fur die Ewigkeit festschreiben sollte. Mittels der Ikone [Abydosfahrt] wird der altagyptische Verstorbene in der Tat das erreicht haben, was er sich so sehr wunschte: seine Unsterblichkeit als "Osiris" wurde fur ihn Wirklichkeit.

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